1
Nov
2005

An Allerheiligen gedenken...

Heute, an dem Tag, den wir Allerheiligen nennen, pilgerten wieder Menschenmassen zu den Friedhöfen, um ihren verstorbenen Verwandten, Freunden oder Ehegatten zu gedenken. An einem so schönen Herbsttag, an dem das Laub wie Regen von den Bäumen fällt, kreisen die Gedanken der Menschen, zumindest ansatzweise, um den Tod und selbst das auch nur kurz.

Denn wie vieles heutzutage hat auch der Tod, dank der ständigen Überreizung von außerhalb, viel von seinem Reiz verloren. Erst wenn er in unmittelbarer Nähe ist, registrieren wir ihn. Er muss erst an uns herankommen, durch die Blockade dringen, die wir um uns erbaut haben.

Je globaler die Welt wird, desto vereinsamter wird der Mensch.
(Eine sehr vereinfachte Sicht der Dinge, dessen bin ich mir bewusst, aber gleichzeitig weise ich auf die Melancholie, die ein Tag wie dieser mit sich bringt.)

Ich bin ein Mensch, der versucht, sein Umfeld und seine Umwelt immer zu verstehen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich an Tagen wie diesen leicht bedrückt bin, ohne dass es aus religiöser Sicht heraus zu verstehen wäre, schließlich bin ich kein gläubiger Mensch. Doch so viele Menschen strömen an diesem Tag wegen ihres Traditionalismus aus ihren Häusern, gedenken ihrer Verstorbenen und versuchen die unangenehmen Gedanken, die solch ein Tag mit sich bringt, in dem Moment ihres Erflammens schon wieder zu verdrängen.

Die Kurzlebigkeit dieser Gedanken, die dem Menschen so viel an Selbstreflexion bieten würden, stimmt mich noch melancholischer. Ergibt sie sich allein aus der Angst des Menschen heraus, selbst zu sterben und besucht zu werden? Der Mensch versteht sich, allem Fortschritt und aller Erkenntnis zum Trotz, immer noch als Counterpart zum Tod. Er versteht den Tod gar nicht als Teil von sich selbst, sondern sieht in ihm das Damoklesschwert, das jederzeit herunterfallen könnte.

Doch ein solches ist nicht leicht zu verdrängen. Daher üben sich so viele Menschen in der Betäubung ihrer Sinne, neigen dazu, sich in Belanglosigkeiten ihres Alltags zu verheddern, und ignorieren mit grenzenlosem Bravour die Realität in all ihrer Brutalität. Doch das ist der eigentliche Tod. Daher gedenke ich heute auch den Menschen, die nur auf den Tod warten, ohne das Leben bereits gekostet zu haben.
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Eindrücke. Reflexionen.

Purer LukSus.

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