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7
Nov
2005

Rechts. Wegen.

In Zeiten, in denen die Arbeitslosigkeit steigt, die Wirtschaft nicht zum Erstarken kommt, die Bildung immer schlechter wird, wittern rechte Außenposten ihre Chance. Sei es die NPD in Deutschland, die FPÖ in Österreich, der Vlaams Block in Holland oder die PiS in Polen, um nur einige Beispiele zu nennen. Nationalismus und Xenophobie sind wieder en vogue.

Dabei ist es ja nicht etwas grundlegend Schlechtes, dass jedem Menschen ein gewisser Argwohn inneliegt, Fremdem zu begegnen. Dieser Argwohn, kombiniert mit Neugierde, ist berechtigt, ist dem Menschen doch das Verlangen eigen, aus der Erfahrung heraus Entscheidungen zu treffen. Die einfachste Differenzierung zwischen Dingen ist also die Differenzierung zwischen bekannt und fremd.

In Zeiten, in denen Paris von Unruhen heimgesucht wird, in denen der Terror wie ein Damoklesschwert über der westlichen Welt zu ruhen scheint, in denen die großen Volksparteien nicht mehr weiter wissen, treten die Ränder auf den Plan. Sie reduzieren den Menschen zum Beispiel auf ein deutsch oder fremd. Im Wahlprogramm der NPD ist es auch nicht verwunderlich, dass verlangt wird, Deutschland solle wieder deutsch werden, was auch immer das heißen soll, oder auch einmal geheißen hat.

Die Menschen sind anfällig für diese einfach gestrickten Gedanken, das ist uns schon mindestens seit den 40er Jahren bekannt. Nationalismus erstarkt immer in geschichtlichen Momenten der scheinbaren Ausweglosigkeit. In einem solchen befinden wir uns zwar bei weitem noch nicht, dennoch gewinnt der national-konservative Strom weiter an Bedeutung.

Einer der Gründe liegt in der Bequemlichkeit, sprich dem Desinteresse der Menschen. Es ist einfach die Schuld von sich zu weisen, sich in ein elitäres Grüppchen zu begeben und mit dem Finger dann auf die anderen zu zeigen. Es bedarf nicht viel Persönlichkeit sich als gestandener Deutscher, Österreicher o.Ä. zu präsentieren. Man muss sich nicht mit Themen der Nationalökonomie beschäftigen, den Sozialmarkt verstehen oder die Menschenrechte kennen, man ist in der Lage zu sagen, dass alles nur wegen denen so ist.

Hoffen wir darauf, dass sich die Volksparteien über die Gefahr im Klaren sind und nicht Antisemitismus, Rassismus und Menschenverachtung wieder an Stärke gewinnen.
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Eindrücke. Reflexionen.

Purer LukSus.

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